Simetsberg (1.840 m) von Eschenlohe

Reizvolle Bike & Hike Variante auf den Simetsberg durch das Pustertal 

Der Simetsberg steht ein bisschen verloren in der Gegend herum. Offiziell gehört er zum Estergebirge, steht aber deutlich im Abseits zu dessen höheren Nachbarn. Auch in Sachen Aussicht auf den Walchensee kann er nicht ganz mit dem nördlich gelegenen Heimgarten und Herzogstand mithalten.

Und schließlich ist der Normalweg vom Walchensee über die Simetsberg-Diensthütte eher im Winter für Skitourengänger lohnend, während es im Sommer sicher spannendere Wanderungen gibt.

Es gibt jedoch dank eBike eine lohnende Alternative. Vom weit entfernten Eschenlohe nutzen wir einen landschaftlich herrlichen Forstweg, der vermutlich öfter für eine Tour auf die Hohe Kisten genutzt wird. Das Biken wird hier zur Hauptsache, der Abstecher auf den Simetsberg das Schmankerl oben drauf.

Eine insgesamt sehr kurzweilige Bike & Hike Tour, die wir zum Start in die Sommersaison unternommen haben und dabei doch noch auf einiges an Schnee getroffen sind.

Bike-Auffahrt mit Blick Richtung Estergebirge

Touren-Steckbrief

  • Schwierigkeit Bike : Gut fahrbare Forststraße mit teils ordentlichen Steigungen
  • Schwierigkeit Hike : Leichte Bergwanderung (T2)
  • Höhenmeter (Aufstieg) : Ca. 1.250 hm (davon 850 Bike / 400 Hike)
  • Strecke (insgesamt) : Ca. 23 km (davon 19 km Bike / 4 km Hike)

Routenverlauf

Parkplatz Eschenlohe Wengen (640 m) – Abzweig zum Simetsberg (1.460 m) – Simetsberg (1.840 m) – Retour auf der identischen Route

Anfahrt

Mit dem Auto: Von München über die A95 bis Ausfahrt Eschenlohe. Im Ort Richtung ausgeschildertem Wanderparkplatz (Adresse: Krottenkopfstraße)
Mit der Bahn: Von München HBF mit der BRB Richtung Garmisch-Partenkirchen. Ausstieg in Eschenlohe. 

Einkehr

Auf der Tour keine Einkehrmöglichkeiten.

Bike-Auffahrt von Eschenlohe

Vom Wanderparkplatz starten wir erst einmal steil durch den Wald, bis die Straße längere Zeit parallel zum oberhalb verlaufenden „Hahnbichlsteig“ (einem der klassischen Aufstiege auf die Hohe Kisten) nach Osten verläuft und uns schon früh die ersten Blicke auf unser Tagesziel verschafft.

Schließlich dreht die Straße nach rechts (Süden) ab und verläuft nun im schönsten Abschnitt entlang der Felswände. Vor uns das noch ordentlich verschneite Estergebirge, welches von hier aus einen richtig alpinen Eindruck macht. Links unter uns die Pustertallaine, die durch einen Graben verläuft. Diese überqueren wir nach einigem Höhenverlust in einer Linkskurve und arbeiten uns auf der anderen Seite nun steil in vielen Serpentinen den Hang hinauf.

Zu unserer Überraschung liegt sogar die Forststraße Ende April teilweise noch unter einer Schneedecke. Wir durchfahren die ersten Schneefelder noch relativ problemlos. Schon bald allerdings wird es im sulzigen Frühjahrsschnee zu beschwerlich. Wir lassen die Radl schließlich stehen und absolvieren die letzten zwei längeren Serpentinen der Forststraße zu Fuß, bis wir schließlich an einem Baum auf die Beschilderung zum Simetsberg treffen.

Aufstieg von Süden auf den Simetsberg

Wir arbeiten uns zunächst durch tiefen und kaum gespurten Schnee nach links in den Wald und rechnen schon mit einem beschwerlichen Aufstieg. Doch schon kurze Zeit später wird der Schnee im steilen Bergwald weniger und wir können den Markierungen problemlos folgen. Ein größeres Schneefeld ist an einer Lichtung noch zu durchqueren, ansonsten kommen wir weitestgehend trocken durch den Wald.

Sehr steil geht es das letzte Stück im Wald über Serpentinen bergauf, bis wir schließlich das weite und grasige Plateau unterhalb des Simetsberg-Gipfels erreichen. Hier hat die Frühlingssonne schon ganze Arbeit geleistet und nur noch wenige kleine Schneefleckerl übrig gelassen. Von hier bekommen wir nun bereits einen tollen Blick rüber zu den noch tief verschneiten Gipfeln des Estergebirges. Erinnerungen werden wach an meine Tour auf den Krottenkopf, die ich ziemlich genau ein Jahr zuvor bei ähnlichen Verhältnissen unternommen hatte und ordentlich im Schnee versunken war.

Wir gelangen schließlich nach Durchquerung des Plateaus zum Gipfelaufbau und steigen mühelos die letzten Höhenmeter in Serpentinen zum Gipfel auf. Ein Blick auf die Regenzelle über dem Walchensee verrät, dass wir es an diesem Tag mit richtigem Aprilwetter zu tun haben. Dieses begrüßt uns auch kurz, nachdem wir schließlich den Gipfel am Simetsberg erreichen. Gerade packen wir unsere Brotzeit aus, als uns ein kurzer aber intensiver Graupelschauer erwischt.

Kurz darauf schaut aber die Sonne schon wieder raus und wir genießen noch den Rundumblick vom Gipfel, bis wir schließlich den Abstieg über dieselbe Route antreten. Zurück an der Forststraße, begegnen wir auf dieser ansonsten eher einsamen Tour noch einem Wanderer, der den Weg von Eschenlohe auf den Simetsberg tatsächlich zu Fuß hin und retour auf sich genommen hat. Respekt vor so viel Lauffreude…  

Fazit

Der Simetsberg ist ein netter Aussichtsgipfel. Das Highlight der Tour ist aber sicher die schöne Bike-Strecke durch das Pustertal, die man übrigens auch perfekt für einen Besuch der Hohen Kisten nutzen kann. Insgesamt eine lohnenswerte Bike & Hike Tour, die sich gut fürs Frühjahr eignet!  

Karte

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