Hochsalwand (1.625 m) Nordanstieg – Überschreitung von Brannenburg
Anspruchsvolle Voralpentour im Schatten des Wendelsteins
Nördlich des Wendelsteins und des Kamms zum Wildalpjoch (Tourentipp: Wildalpjoch Überschreitung) liegt die vorgelagerte Hochsalwand und Rampoldplatte, die einen schönen Blick Richtung Inntal und Wendelstein bietet.
Neben dem Zustieg von Bad Feilnbach lässt sich auch vom östlich gelegenen Brannenburg starten. Mit dem Bike gelangt man von dort schön bis zur Schuhbräualm.
Die anschließende Tour auf die Rampoldplatte (1.422 m) und Hochsalwand (1.625 m) erfolgt am einfachsten hin und zurück auf dem beschilderten Normalweg.
Die hier vorgestellte Rundtour mit dem anspruchsvollen Nordaufstieg zur Hochsalwand und dem Abstieg zur Lechneralm wird hingegen seltener gewählt und erfordert – besonders bei Altschnee im Frühjahr – hohe Trittsicherheit und Orientierungssinn!
Touren-Steckbrief
- Schwierigkeit Bike : Teils steile und holprige Forststraße (Steigung ca. 10%)
- Schwierigkeit Hike : Bergtour mit Kletterei im Bereich der Hochsalwand, ansonsten moderate Berwanderung (T4/I+)
- Höhenmeter (Aufstieg): Ca. 1.000 hm (davon 450 Bike / 550 Hike)
- Strecke (insgesamt): Ca. 14 km (davon 8 km Bike / 6 km Hike)
Routenverlauf
Brannenburg Parplatz Sagbruck (670 m) – Schuhbräualm (1.140 m) – Rampoldplatte (1.422 m) – (optional) Lechnerkopf (1.547 m) – Hochsalwand (1.625 m) – Lechneralm (1.250 m) – Schuhbräualm (1.140 m) – Retour auf der Auffahrtsroute
Anfahrt
Mit dem Auto: Von München über die A8 und die A93 Richtung Inntal. Abfahren bei der Ausfahrt Brannenburg und dort bis zum kostenfreien Parkplatz Sagbruck (Adresse fürs Navi: Bergstraße, Sagbruck, 83098 Brannenburg).
Mit der Bahn: Von München HBF mit der RB54 Richtung Kufstein. Ausstieg in Brannenburg. Mit dem eBike in ca. 3 Km zum Startpunkt.
Einkehr
Schlipfgrubalm – ganzjährig je nach Wetter geöffnet.
https://schlipfgrubalm.de/
Schuhbräualm – geöffnet von Mai bis Oktober.
https://www.schuhbräu-alm.de/
Auffahrt zur Schuhbräualm
Vom kostenlosen Wanderparkplatz (so etwas gibt es tatsächlich noch) starten wir auf der Forststraße nach Westen. Es zieht direkt steil an. Am Kirchbach entlang erreichen wir auch schon bald die Schlipfgrubalm, die man zum Schluss gut für eine Einkehr nutzen könnte.
Die Straße biegt nun nach links ab und führt in einer großen Schleife durch den Wald. Teils holprig gewinnen wir einige Höhenmeter und erreichen schließlich zuletzt leicht bergab die Schuhbräualm (1.140 m).
Wir folgen an der Schuhbräualm der Beschilderung und steigen über einen steilen Grashang zur bereits sichtbaren Rampoldalm auf. Im Rückblick kommt der Mitterberg zum Vorschein. Über einen weiteren Hang geht es auf einfachem Steig in Richtung Kamm, der Schnee hat sich Anfang März hier schon fast komplett zurückgezogen.
Schon bald kommt das Gipfelkreuz in Sicht. Unterhalb haben sich auf dem breiten Kamm einige Gleitschirmflieger zum Start aufgereiht. Kaum 30 Minuten sind es vom Bike-Depot bis zur Rampoldplatte (1.422 m), die bereits einen sehr schönen Blick Richtung Inntal und Wilder Kaiser bietet.
Über den Nordaufstieg zur Hochsalwand
Es beginnt nun der spannende Teil der Tour. Vom Gipfel der Rampoldplatte folgen wir dem ausgetretenen Pfad weiter. Nach einem kurzen Abstieg erreichen wir den Kamm, der nun direkt auf die Hochsalwand und den vorgelagerten Lechnerkopf zugeht. Kurz vor diesem teilt sich der Weg. Während auch Spuren direkt zur Wand des Lechnerkopfes führen, zweigt der markierte Steig nach rechts ab.
Wir queren nun unterhalb des Lechnerkopfes vorbei und treffen hier auch erstmalig auf nennenswerte Altschneefelder, hier ist im Frühjahr Vorsicht geboten. Durch den Schnee zieht der Weg nach links steil hinauf zu einer Beschilderung. Der markierte Normalweg zur Hochsalwand führt nach rechts, doch wir zweigen nach links ab und gelangen in die Scharte zwischen Lechnerkopf und Hochsalwand.
Aus der Scharte könnte man nun erst dem seltener begangenen Lechnerkopf nach links einen Besuch abstatten. Wir wenden uns nach rechts und suchen nach dem in den Karten verzeichneten Nordaufstieg. Und tatsächlich leiten die Spuren an der Wand zu einer Rampe. Es wird nun allerdings anspruchsvoller und leicht ausgesetzt (wer sich unwohl fühlt, sollte hier noch umdrehen und Normalweg zurück queren).
Es folgt eine ausgesetzte Querung und eine steile Felsstufe im oberen I. Grad. Trockener Fels ist hier Voraussetzung. Weiter steil und bröselig, aber nicht mehr so ausgesetzt bewegt sich der restliche Aufstieg auf das Gipfelkreuz zu. Teilweise sind schwache blaue Markierungen auszumachen, doch es gilt mit GPS/Karte abzusichern.
Schließlich ist es geschafft und die Hochsalwand (1.625 m) ist erreicht. Ein überragender Rundumblick bei untergehender Sonne vom Wendelstein bis weit in die Chiemgauer erwartet uns.
Abstieg über die Lechneralm
Auch für den Abstieg folgen wir einem weniger begangenen Weg, der allerdings – abgesehen vom Altschnee – keine größeren Schwierigkeiten bereithält. Vom Kreuz folgen wir dem bewaldeten Kamm nach Osten und umrunden somit den unterhalb liegenden Kessel, in dem sich die einsame Lechneralm befindet.
Ein paar Erhebungen und eine steilere Abstiegsstelle hält der Kamm bereit, ansonsten geht es in moderatem Wandergelände konstant durch den Wald hinab. Wir biegen schließlich nach links in Richtung Kessel ab und kommen bei schon einbrechender Dunkelheit direkt vor der Lechneralm heraus.
Nach einem kleinen Gegenanstieg queren wir auf der Ostseite an der Rampoldplatte vorbei und erreichen kurz darauf wieder die Rampoldalm. Nach kurzem Abstieg zur Schuhbräualm absolvieren wir mit Stirnlampen unsere Abfahrt zum Parkplatz.
Fazit
Die hier vorgestellte Route über die Hochsalwand ist eine sehr lohnende und spannende sowie überwiegend einsame Voralpentour, die allerdings – gerade bei Altschnee – auch nicht unterschätzt werden sollte und solide Bergerfahrung sowie Routengespür benötigt. Wer es einfacher mag, sollte den markierten Normalweg zur Rampoldplatte und Hochsalwand hin- und zurückgehen!
Karte
GPX-File zum Download
Hinweise:
Die Nutzung der Datei unter folgendem Link für die eigene Tourenplanung erfolgt auf eigenes Risiko. Für Fehler oder Ungenauigkeiten kann keine Haftung übernommen werden.




































