Südliche Riffelspitze (2.262 m) vom Eibsee
Steile und schottrige Tour auf einen wunderbaren Aussichtspunkt über dem Eibsee
Wer an den Blick auf den Eibsee denkt, dem kommt vermutlich zuerst die Zugspitze in den Sinn. Doch die schönsten Aussichtspunkte befinden sich auf den niedrigeren Gipfeln oberhalb des Höllentals. Hier kommt zum einen der anspruchsvolle Große Waxenstein in Frage. Genauso schön, aber deutlich einfacher zu erreichen, ist der Blick von der Südlichen Riffelspitze (2.262 m).
Dieser unmarkierte Gipfel thront über der Riffelscharte, die einen Übergang und eine schöne Tour vom Höllental auf die Nordseite der Zugspitze ermöglicht. Die hier beschriebene Variante als Bike & Hike vom Eibsee ist landschaftlich vielleicht nicht ganz so reizvoll und erfordert auch einige Leidensfähigkeit im Aufstieg durch den steilen Schotter, bietet sich jedoch gerade im Sommer als kürzere und nordseitige Alternative an. Insgesamt ergibt sich eine leicht alpine Tour, die Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordert!
Touren-Steckbrief
- Schwierigkeit Bike : Flache und gut fahrbare Forststraße (Steigung bis max. 10%)
- Schwierigkeit Hike: Moderate Bergtour mit kurzen Klettersteigpassagen (T4- / A/B)
- Höhenmeter (Aufstieg) : Ca. 1.500 hm (davon 500 Bike / 1.000 Hike)
- Strecke (insgesamt) : Ca. 21 km (davon 13 km Bike / 9 km Hike)
Routenverlauf
Parkplatz Aigen zwischen Grainau und Eibsee (840 m) – Bike-Depot (1.320 m) – Station Riffelriss (1.620 m) – Riffelscharte (2.141 m) – Südliche Riffelspitze (2.262 m) – Retour auf der Aufstiegs-/Auffahrtsroute
Anfahrt
Mit dem Auto: Von München über die A95 über Garmisch nach Grainau. Auf halbem Weg der Eibseestraße gibt es rechts einen kleinen, kostenlosen Parkplatz.
Mit der Bahn: Von München HBF bis Garmisch. Von dort am besten direkt mit dem eBike bis zum Eibsee starten.
Einkehr
Abgesehen von der Gastronomie am Eibsee keine Einkehrmöglichkeiten auf der Tour.
Auffahrt zum Bike-Depot
Perfekter Startpunkt mit dem Bike ist der – in der Gegend einzige kostenlose – Parkplatz an der Christlhütte, sofern man einen Platz bekommt. Über schöne Waldwege lassen sich neben der Straße die restlichen 2 Km zum Eibsee auffahren. Der Weg stößt kurz vor dem Seeufer auf die Straße. Statt zu diesem rechts abzubiegen, empfiehlt es sich, die Straße zu überqueren und gegenüber bei der Schranke zum oberen Parkplatz bei der Eibseealm einzufahren.
An der Eibseealm vorbei fädelt man auf einen Forstweg ein, der schon bald auf die Forstraße stößt, die vom Seeufer heraufkommt. Dieser folgt man nun in zwei sehr langgezogenen Kehren durch den Wald. In geringer Steigung folgt man auf sehr gut fahrbarem Untergrund immer den Schildern zur Hochthörle-Hütte.
Nach insgesamt 6,5 Km vom Parkplatz gelangt man zu einem markanten Schilderbaum, der nach links in Richtung Wald zeigt, hier Bike-Depot!
Aufstieg zum Haltepunkt Riffelriss
Ein zunächst schmaler Steig führt durch den Wald auf einen breiten Wiesenhang, der sich auf die Wände des Wettersteins zubewegt. Nach einem weiteren Steig durch den Wald gelangt man zu einer breiten grasigen Schneise, die sich erst nach rechts und dann in einer Linkskurve auf ein Kar zubewegt. Hier kommt man auch an einer Abzweigung Richtung Wiener-Neustädter-Hütte vorbei (diese Verbindung sollte allerdings seit 2026 angeblich gesperrt sein).
Die Schneise führt schließlich bei einem Latschenfeld zu einem Steig nach links. Man kann auch geradeaus direkt durch den Schotter aufsteigen. Auf beiden Wegen erreicht man kurze Zeit später den Haltepunkt der Zahnradbahn am Riffelriss (1.639 m).
Über den Riffelsteig zur Riffelscharte
Nach Überquerung der Schienen der Zahnradbahn folgt ein weiterer Steig, der sich in vielen Serpentinen durch den Wald hinaufwindet. Inzwischen erhält man auch fantastische Tiefblicke auf den Eibsee und auch die Bergstation der Zugspitzbahn wirkt zum Greifen nah, obwohl man sich noch hunderte Meter unter ihr befindet.
In einer langen Geraden quert der Steig nun nach Osten und wird schon bald schottriger. Ein Vorgeschmack auf den nächsten Abschnitt. Am Rand einer Felswand muss man sich nun sehr steil durch sehr tiefen Schotter in Richtung Wand hocharbeiten. Hier gilt es möglichst am Fels zu bleiben und sich an diesem raufzuziehen, da kaum Halt im Geröll zu finden ist. Ein hartes Stück Arbeit. Die Belohnung folgt jedoch im Abstieg.
Schließlich ist es geschafft und der Einstieg in die Drahtseilsicherungen an der Wand ist erreicht. Über einige steile Querungen (A/B) zieht der klettersteigähnliche Steig die Wand hinauf. Schwierig ist das Gelände nie, aber die nötige Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sollte natürlich vorhanden sein. Wer sich unsicher fühlt, könnte als mentale Hilfe ein Klettersteigset verwenden. Nach Ausstieg aus der Sicherung wird schließlich über eine letzte Querung die sanfte Riffelscharte (2.141 m) erreicht. Ein herrlicher Blick auf die Höllentalseite eröffnet sich!
Gipfelaufstieg zur Südlichen Riffelspitze
Vom Gipfel, der steil über der Riffelscharte aufragt, trennen nun noch knapp 150 Hm. Nach leichtem Abstieg aus der Scharte ist der unmarkierte und unbeschilderte Pfad nach links deutlich sichtbar. Diesem sowie weiter oben ein paar Steinmandln folgt man nun steil, aber nie schwierig Richtung Gipfel. Ein paar mal wird kurz die Hand angelegt (maximal I. Grad).
Schon nach kurzer Zeit ist schließlich der Gipfel der Südlichen Riffelspitze auf 2.262 m erreicht. Was für ein lohnender Aussichtspunkt. Der Eibsee leuchtet aus dem Tal herauf. Auf der anderen Seite schweift der Blick zu den Waxensteinen und hinab ins Höllental zur Höllentalangerhütte. Und auch die Zugspitze ist gut zu sehen, nur der Höllentalferner versteckt sich hinter der Felswand.
Abstieg und Abfahrt
Es folgt der Abstieg auf der Aufstiegsroute. Zunächst gilt es von der Riffelscharte vorsichtig entlang der Sicherungen abzusteigen. Hat man diesen schwierigsten Teil geschafft, folgt die „Revanche“ im steilen Geröll. So beschwerlich der Aufstieg hier ist, so spaßig ist es nun durch den tiefen Schotter hinunterzusurfen. Am besten bleibt man ein Stück rechts des markierten Weges, wo besonders tiefes Geröll zu finden ist. In kurzer Zeit ist man knieschonend die Flanke hinuntergekommen und quert nach links zurück auf den Steig, auf dem es gemütlich wieder über den Riffelriss zurückgeht.
Die Abfahrt vom Bike-Depot kann ebenfalls auf dem identischen Weg zurückerfolgen. Allerdings lohnt es sich diesmal einen Abstecher zum See zu machen und (im Sommer) sich von der schweißtreibenden Tour abzukühlen.
Fazit
Die Route vom Eibsee zur Riffelspitze ist landschaftlich zwar nicht die schönst mögliche, denn diese würde durch das Höllental verlaufen. Doch dank Bike-Unterstützung gelangt man mit überschaubarem Zeitaufwand und ohne komplizierten Transfer im Tal auf einen atemberaubenden Gipfel und Aussichtspunkt, den man – Trittsicherheit und Schwindelfreiheit vorausgesetzt – unbedingt einmal besucht haben sollte!
Karte
GPX-File zum Download
Hinweis: Die Nutzung der Datei unter folgendem Link für die eigene Tourenplanung erfolgt auf eigenes Risiko. Für Fehler oder Ungenauigkeiten kann keine Haftung übernommen werden.





































