Kuhljochspitze (2.297 m), Freiungspitzen (2.332) von der Eppzirler Alm
Lange und anspruchsvolle Runde in bizarrer Karwendellandschaft
In der südlichsten Karwendelkette erstreckt sich der bei Hüttenwanderern beliebte „Karwendel Höhenweg“. Eine der Etappen ist der Abschnitt zwischen Nördlinger Hütte und Solsteinhaus. Wer hier den Wanderweg gegen eine alpinere Route tauschen möchte, begeht den Freiungen Höhenweg, der teilweise versichert durch die unzähligen Zacken und Türme der Freiungspitzen (2.332 m) verläuft und kann optional auf dem Weg die Kuhljochspitze (2.297 m) mitnehmen.
Diese spannende Route kann auch als fordernde Tagesrundtour von Norden begangen werden. Von Gießenbach nahe Scharnitz gelangt man ideal mit dem Bike durch traumhafte Landschaft zur Eppzirler Alm (1.459 m).
Von dort kann eine Rundtour über die Eppzirler Scharte – alternativ wie hier beschrieben: direkter, aber weglos und sehr steil zur Kuhljochscharte – und den Ursprungssattel begangen werden. Diese erfordert hohe Trittsicherheit und aufgrund der vielen Gegenanstiege einiges an Ausdauer.
Touren-Steckbrief
- Schwierigkeit Bike : Gut fahrbare Forststraße (bis max. 10% Steigung)
- Schwierigkeit Hike : Moderate Bergtour (T4)
- Höhenmeter (Aufstieg) : Ca. 1.700 hm (davon 450 Bike / 1.250 Hike)
- Strecke (insgesamt) : Ca. 23 km (davon 13 km Bike / 10 km Hike)
Routenverlauf
Parkplatz Gießenbach (1.017 m) – Eppzirler Alm (1.459 m) – Eppzirler Scharte (2.109 m) – Kuhljochspitze (2.297 m) – Freiungspitzen (2.332 m) – Ursprunssattel (2.093 m) – Breiter Sattel (1.804 m) – Eppzirler Alm (1.459 m) – Retour auf der Auffahrtsroute
Hinweis: Der Abschnitt Eppzirler Alm – Eppzirler Scharte – Kuhljochspitze wird in diesem Tourenbericht nicht gezeigt, sondern ist die empfohlene markierte Route. Der hier vorgestellte alternative Aufstieg über die Kuhljochscharte kann aufgrund des schwer zu erkennenden bis nicht vorhandenen Weges nicht empfohlen werden.
Anfahrt
Mit dem Auto: Von München über die A95 bis Garmisch. Weiter über die B2 über Mittenwald und Scharnitz bis Gießenbach. Hier die einzige Ausfahrt nach links zum beschilderten Parkplatz.(Gebühren: 7,50 EUR pro Tag).
Mit der Bahn: Von München nach Garmisch. Dort umsteigen nach Mittenwald/Scharnitz.
Einkehr
Eppzirler Alm – Geöffnet täglich von Juni bis Oktober.
https://www.eppzirleralm.at/
Auffahrt zur Eppzirler Alm
Eine schönere Radlzufahrt kann man sich eigentlich nicht vorstellen. Vom Parkplatz geht es kurz über die Bahngleise und schon ist man in herrlichster Natur angekommen. Immer am rauschenden Gießenbach entlang zieht die Straße in sehr geringer Steigung in vielen Kurven dahin.
An einer Holzbrücke zweigt die Beschilderung zur Eppzirler Alm nach rechts ab. Durch schönes Waldgebiet wird es ein wenig steiler und bald kommt der riesige Talkessel unter den Freiungspitzen in Sicht. Mit herrlichem Blick gelangt man zuletzt leicht bergab in freies Gelände und erreicht nach ca. 6 Km die Eppzirler Alm (1.459 m).
Der Straße lässt sich noch um die 50 Hm bis hinter der Alm folgen, bis bei einem Schilderbaum das Bike-Depot erreicht ist.
Über die Kuhljochscharte auf die Kuhljochspitze
Hinweis: Der im folgenden beschriebene Aufstieg ist weder auf einer Karte, noch durch Steinmandl oder anderweitig markiert. Es soll angeblich leichte Trittspuren geben, die ich aber nur teilweise getroffen habe. Daher wird die oben im Routenverlauf erwähnte Normalroute über die Eppzirler Scharte empfohlen!
Die Beschilderung führt nach rechts über ein Kiesbett, wo sich Aufstieg und Abstieg teilen. Nach links orientiert man sich nun Richtung Eppzirler Scharte. Der Weg zieht zunächst flach durch die Latschen und danach in vielen Serpentinen ins Kar unter der Kuhljochspitze. An einer Beschilderung zweigt links der Weg zur Eppzirler Scharte ab, während rechts eine Querung zum Ursprungssattel markiert ist.
Der Blick schweift jedoch auch schräg rechts hinauf zur bereits sichtbaren Kuhljochscharte. Nach einer weglosen und mühsamen Querung durch das Geröll ist schließlich eine schwache Spur erkennbar. Und tatsächlich leitet diese relativ komfortabel auf den begrünten Absatz unterhalb der Scharte. Ab hier verliert sich die Spur. Der von mir gewählte Direktaufstieg durchs Kar hat sich als sehr anstrengend und wenig empfehlenswert erwiesen (evtl. verläuft ein besserer Weg in einem großen Bogen über den begrünten rechten Rand des Kars). Mit einigen Strapazen ist schließlich die Kuhljochscharte erreicht!
Einziger Vorteil dieses wenig lohnenden Geröllschinders ist, dass man direkt am Gipfelaufstieg der Kuhljochspitze ankommt und sich die größere Schleife von der Eppzirler Scharte gespart hat. Den Markierungen nach geht es nun drahtseilgesichert entlang einer Felsrippe steil bergauf, wobei das Gelände nicht besonders schwierig ist.
Nach kurzem Gehgelände sind nochmals zwei steile Felsstufen, wiederum gesichert, zu absolvieren. Gerade 100 Höhenmeter hat der Abstecher zum Gipfel der Kuhljochspitze (2.297 m) gekostet und die schöne Sicht ist es wert. Besonders die Erlspitze ragt als Nachbargipfel direkt auf!
Über den Freiungen-Höhenweg zum Ursprungssattel
Nach kurzem Abstieg von der Kuhljochspitze folgt nun das „Filetstück“ der Tour. Immer gut markiert und oft gesichert verläuft der Freiungen-Höhenweg labyrinthartig im Auf und Ab durch unzählige kleine Scharten und Zacken unterhalb der zerklüfteten Freiungspitzen. Sichere Bergsteiger haben hier kein Problem, aber Konzentration ist angebracht und es kommen einige Höhenmeter durch die vielen Gegenanstiege hinzu.
Nach aufgregenden Drahtseilpassagen und zwischendurch auch Gehgelände schraubt sich der Weg bis kurz unterhalb des höchsten Punktes der Freiungspitzen hinauf. Hier sind Wegspuren erkennbar, die in wenigen Minuten leicht zu einem der Gipfel der Freiungspitzen (2.332 m) führen. Der höchste Punkt der Tour ist erreicht, der Blick in die zerklüfteten Nachbartürme sowie ins Karwendel und Richtung Inntal ist fantastisch!
Zurück am Hauptweg, dreht dieser nun in einem großen Bogen nach links ab. Nach Gehgelände wird es schon bald wieder anspruchsvoller. Oft wieder an Drahtseilen muss eine sehr bröselige Flanke abgestiegen werden, eine kleine glatte Wand stellt in dieser Gehrichtung die Schlüsselstelle dar (hier bietet einzig das Drahtseil Halt).
Die Nördlinger Hütte und der darunter liegende Ursprungssattel kommen nun in Sicht. In einem letzten Linksbogen auf einfachem Wanderweg wird dieser über einen letzten Gegenanstieg erreicht!
Abstieg zur Eppzirler Alm
Nach relativ kräftezehrender Tour geht es nun an den Abstieg, der sich aber ebenfalls noch ein ganzes Stück zieht. Über befestigte Stufen zieht der Steig im Zickzack bergab und quert im Anschluss unterhalb der Freiungspitzen nach Osten. Ein Steig nach links in Richtung Tal wird ignoriert. Mit nochmaligem Gegenanstieg geht es auf den Breiten Sattel (1.794 m), über den es zurück ins Eppzirler Tal geht.
Der letzte Teil der Tour führt nun über nochmal 300 Hm auf schmalem Pfad durch einen schönen Wald, bis endlich der Talboden erreicht ist. Flach quert man auf der Almwiese zum Bike-Depot zurück. Die wunderschöne Abfahrt – Einkehrstopp an der Eppzirler Alm bietet sich an – setzt nach den Anstrengungen nochmal einen genussvollen Schlusspunkt!
Fazit
Eine überragende Rundtour in traumhafter Landschaft, die Trittsicherheit im bröseligen Gelände verlangt und eine Vielzahl an kräftezehrenden Gegenanstiegen bereithält. Zusammen mit dem schottrigen Aufstieg also insgesamt eine Tour, die vor allem leidensfähigen Karwendelfans gefallen wird. Wer es ein bisschen gemütlicher angehen will, könnte die Tour auch auf zwei Tage verteilen und – mit kleinen Umwegen – auf der Nördlinger Hütte oder auf dem Solsteinhaus übernachten!
Karte
GPX-File zum Download
Hinweis: Die Nutzung der Datei unter folgendem Link für die eigene Tourenplanung erfolgt auf eigenes Risiko. Für Fehler oder Ungenauigkeiten kann keine Haftung übernommen werden.













































