Soiernumrahmung (2.257 m) von der Fischbachalm

Die vielleicht schönste Tour im Soierngebiet

Eine eBike & Hike Tour vom Feinsten! Das Soierngebiet gehört zu den schönsten Flecken in den bayrischen Alpen, das wusste schon der „Kini“ und hat sich hier ein Jagdhaus errichten lassen. Die schönste Variante ist für mich die Umrundung des Soiernkessels von der Fischbachalm aus. Die hier von mir beschriebene Runde über die Schöttelkarspitze (2.050 m) und Soiernspitze (2.257 m) kann man als „kleine Umrahmung“ bezeichnen. Eine noch größere Runde würde sich mit Erweiterung um die Gumpenkarspitze ergeben, die das Ganze dann aber doch zu einer ausufernden Unternehmung machen würde.   

Soiernkessel von der Schöttelkarspitze

Touren-Steckbrief

  • Schwierigkeit Bike : Gut fahrbare Forststraße 
  • Schwierigkeit Hike : Anspruchsvolle Bergwanderung (T3)
  • Höhenmeter (Aufstieg) : Ca. 1.750 hm (davon 650 Bike / 1.100 Hike)
  • Strecke (insgesamt): Ca. 31 km (davon 15 km Bike / 16 km Hike)

Routenverlauf

Krün (875 m) – Fischbachalm (1.402 m) – Lakaiensteig – Soiernhaus (1.622 m) – Schöttelkarspitze (2.050 m) – Soiernspitze (2.257 m) – Soiernhaus – Lakaiensteig – Fischbachalm – Krün

Anfahrt

Mit dem Auto: Von München über die A95 bis Garmisch und weiter auf der B2 Richtung Mittenwald und weiter nach Krün zum Parkplatz an der Isarbrücke. Adresse: Soiernstraße 17, 82484 Krün. 
Mit der Bahn: Von München HBF bis Garmisch. Dort umsteigen in die Regionalbahn (9608 Richtung Mittenwald) und am Bahnhof Klais aussteigen. Von dort in ca. 5 km mit dem eBike nach Krün.

Einkehr

Soiernhaus: Übernachtungsmöglichkeit, geöffnet von ca. Mitte Mai bis Mitte Oktober
https://www.sektion-hochland.de/huetten/soiernhaus

Fischbachalm: Einfache Brotzeit und Getränke, geöffnet während des Weidebetriebs, ca. Mitte Juli bis Mitte September
https://www.alpenwelt-karwendel.de/a-fischbachalm

Auffahrt zur Fischbachalm

An der großen Infotafel bei der Isarbrücke in Krün folge ich der Beschilderung Richtung Fischbachalm und der sehr angenehm zu fahrenden Forststraße, die am Anfang ein paar nette Blicke Richtung Krün und Estergebirge bereit hält. Fast 700 Hm sind über die knapp 7 km lange Strecke mit teils knackiger Steigung zu überwinden. Angesichts der Temperaturen (ich starte die Tour in der Mittagshitze, um die Soiernspitze und die Soiernseen am frühen Abend ohne viele Menschen zu erreichen) und der noch vor mir liegenden langen Bergtour bin ich froh um das eBike.

Das Bike-Depot errichte ich direkt an der Fischbachalm, da ich mir den schönen Lakaiensteig für den Zustieg zum Soiernhaus ausgesucht habe. Wer die Tour verkürzen möchte, folgt der Straße noch weiter bis zur Materialseilbahn des Soiernhauses, von wo man sich einige Kilometer Auf- und Abstieg spart.

Zum Soiernhaus über den Lakaiensteig

Gegenüber der Fischbachalm beginnt der gut zu erkennende Pfad, der den Lakaiensteig einleitet. Über diesen wandert man nun sehr schön entlang der Felswände über knapp 4 km auf den Soiernkessel zu. Schwer ist es nicht, aber konzentriertes Gehen ist auf dem oft schmalen und leicht ausgesetzten Pfad schon angebracht. Ich gelange schließlich zu einem Schilderbaum im Wald, von dem ich die letzten Minuten zum schön gelegenen Soiernhaus aufsteige, das sich an diesem Tag Anfang Juni gerade noch im „Winterschlaf“ befindet.

Aufstieg zur Schöttelkarspitze

Vom Soiernhaus folgt man nun der Beschilderung Richtung Schöttelkarspitze, deren Gipfel bereits gut sichtbar ist. Der Steig quert zunächst ohne größeren Höhengewinn den Soiernkessel in westlicher Richtung, bis er in vielen Serpentinen zum Sattel unterhalb des Gipfelaufbaus hinaufzieht. Hier kann es im Sommer ordentlich heiß werden.

Oben angekommen, ist nach links bereits der Weiterweg Richtung Feldernkreuz beschildert. Ich wende mich natürlich vorher noch nach rechts und statte in wenigen Minuten dem Gipfel der Schöttelkarspitze einen Besuch ab.

Die am Soiernhaus veranschlagten 1:45 h bis zum Gipfel unterschreitet man bei zügigem Tempo deutlich. Mehr Zeit also für eine Pause am lohnenden Gipfel. Einen schöneren Blick auf den Soiernkessel hat man nämlich von nirgendwo.  

Weiterweg zur Soiernspitze

Es war bereits bis hierher eine schöne Tour, doch die schönsten Abschnitte liegen nun erst vor mir. Zunächst kehre ich vom Gipfel zurück zum Sattel und wende mich nun nach rechts. Bis zum Feldernkreuz ist eine kurze sandige Passage zu meistern, die ein bisschen Konzentration erfordert. Hier treffe ich auch wiederholt auf Leute in Sneakern, die an dieser Stelle ziemlich zu kämpfen haben (kein Wunder, die Schöttelkar- und auch Soiernspitze erleben spätestens dank Instagram einen ziemlichen Ansturm auch von weniger Erfahrenen).

Am Feldernkreuz angekommen, wende ich mich nun nach links und kann den Gratverlauf zur Soiernspitze bereits erahnen, deren pyramidenartige Gestalt immer schöner wird, je näher man ihr kommt. Man quert nun an Feldernkopf und Reißender Lahnspitz vorbei im Auf und Ab den Hang und hat dabei rechts immer sehr schön die nördliche Karwendelkette von Wörner bis Östliche Karwendelspitze im Blick. Ich komme schließlich nach knapp 1,5 Std an der Soiernscharte an. Hier werde ich später den direkten Abstieg Richtung Soiernseen wählen. Es wird klar, dass hier noch einige Schneefelder auf mich warten.

Doch erst einmal wende ich mich dem Gipfel zu und erreiche kurze Zeit später den höchsten Punkt der heutigen Tour. Knapp 4,5 Std sind seit Aufbruch in Krün vergangen. Wie erwartet, treffe ich bis auf einen anderen Mitwanderer auf niemanden mehr am Gipfel. Während ich die Schöttelkarspitze bereits von einer früheren Tour kannte, sitze ich nun endlich zum ersten Mal auf der Soiernspitze. Der Blick in den Soiernkessel ist von drüben tatsächlich schöner, doch von hier hat man dafür einen herrlichen Rundumblick von Walchensee bis Karwendel. Ich genieße eine lange Gipfelbrotzeit, muss mich aber ranhalten, um vor der Dunkelheit noch zurückzukommen.

Abstieg

Es heißt Abschied zu nehmen. Ich kehre zurück zur Soiernscharte und beginne den Direktabstieg zu den Soiernseen. Es stellt sich heraus, dass die weichen Altschneefelder gut gespurt und  unproblematisch zu begehen sind. Schnell geht es bergab. Ich genieße nochmal einen schönen Blick zurück auf die Soiernspitze und den abgestiegenen Kessel und schaue einer Gruppe Gämsen in der Abendsonne zu. Herrlich, ganz alleine in einer so schönen Landschaft unterwegs zu sein. Nicht einmal eine Stunde ist es vom Gipfel zu den Soiernseen. Und sogar hier treffe ich so gut wie auf keinen Menschen mehr. Nur einige wenige haben in der Nähe des geschlossenen Soiernhauses anscheinend ein Zelt aufgeschlagen.

So schön es aber auch an den Seen ist, ich muss mich auf den Rückweg machen. Tatsächlich kommt mir der Lakaiensteig beim zweiten Mal dann doch sehr lang vor und entpuppt sich so zum einzigen zähen Abschnitt auf der Tour. Ich bin froh, als ich endlich die Fischbachalm erspähe. Zeitlich hat alles noch super hingehauen und ich kann in den letzten Sonnenstrahlen die Abfahrt antreten. Auf den letzten 1-2 Km werde ich von einer vorangehenden Kuhherde nochmal ausgebremst, aber das stört mich bei dieser Stimmung überhaupt nicht! 

Fazit

Eine absolute Traumtour, die alles bietet, was das Wanderherz begehrt. Für mich als Fan der Abendstimmung am Berg hat sich der normalerweise nicht zu empfehlende Start in der Mittagshitze gelohnt. Zeitlich macht es die Planung dieser Tour natürlich eher schwieriger, für die auch bei Benutzung des eBikes mit entsprechenden Pausen durchaus 8 Stunden eingeplant werden sollten. Für mich war es sicher nicht der letzte Besuch im Soierngebiet. Die Gumpenkarspitze und der dahinterliegende Kamm Richtung Rißtal haben bereits herübergewunken 🙂

Karte

Video zur Tour

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