Partenkirchner Dreitorspitze (2.633 m)

Paradetour auf einen der schönsten Aussichtspunkte im Wetterstein

Von Mittenwald im Osten zieht der Hauptteil des Wettersteingebirges als mächtige Wand Richtung Zugspitze. Nur wenige Punkte auf diesem Grat, den manche ambitionierte Bergsteiger komplett überschreiten, lassen sich auch für „Normalos“ erreichen.

Einer dieser Punkte ist der Westgipfel der Partenkirchner Dreitorspitze, der über einen leichten Klettersteig zu erreichen ist. Und es ist sicher einer der schönsten Punkte, denn von nirgendwo sonst dürfte man einen derart sagenhaften Blick ins Reintal haben.

Klassischerweise wird der Gipfel nach einer Übernachtung auf der Meilerhütte besucht, die man auf langen Steigen aus der Leutasch oder auf sehr langem Forstweg von Schloss Elmau über das Schachenhaus erreicht. Zweitere Möglichkeit schreit geradezu nach Benutzung eines eBikes und macht diese Tour zu einer ausgedehnten Tagestour der Extraklasse!

Blick Richtung Reintal und Alpspitze im Aufstieg zur Meilerhütte

Touren-Steckbrief

  • Schwierigkeit Bike : Teilweise ruppige Forststraße mit konstanter Steigung
  • Schwierigkeit Hike : Leichter Klettersteig zum Gipfel (A/B), ansonsten moderates Wander- und Schottergelände (T3+)
  • Höhenmeter (Aufstieg) : Ca. 1.700 hm (davon 850 Bike / 850 Hike)
  • Strecke (insgesamt) : Ca. 30 km (davon 21 km Bike / 9 km Hike)

Routenverlauf

Parkplatz Elmau (1.000 m) – Schachenschloss (1.866 m) – Meilerhütte (2.366 m) – Partenkirchner Dreitorspitze Westgipfel (2.633 m) – Retour auf der identischen Route

Anfahrt

Mit dem Auto: Von München über die A95 bis Garmisch und weiter auf der B2 Richtung Mittenwald. In Klais abbiegen Richtung Schloss Elmau und der Straße bis zum Wanderparkplatz Elmau folgen (Achtung: Mautstraße). 
Mit der Bahn: Von München HBF bis Garmisch. Dort umsteigen in die Regionalbahn (9608 Richtung Mittenwald) und am Bahnhof Klais aussteigen. Von dort mit dem eBike ca. 6 km auf der Mautstraße bis zum Starpunkt.

Einkehr

Schachenhaus: Übernachtungsmöglichkeit, geöffnet von Anfang Juni bis Mitte Oktober
https://www.schachenhaus.de/

Meilerhütte: Übernachtungsmöglichkeit, geöffnet von Mitte Juni bis Anfang Oktober
https://www.alpenverein-gapa.de/berghuetten/meilerhuette.html

Über den Königsweg zum Schachenschloss

Wie an so vielen anderen Orten in Bayern hat König Ludwig auch im Wetterstein seine Spuren hinterlassen und im 19. Jahrhundert das Schachenschloss im Stile eines Schweizer Chalets errichten lassen. 

Wo der „Kini“ sich vor langer Zeit mit der Pferdekutsche hat hinauffahren lassen, starten wir nun mit dem eBike. Es geht längere Zeit ohne größere Höhengewinne am Kaltenbach entlang. Kurz vor der Steilenhütte knickt der Königsweg links ab und bringt uns nun steiler und ruppiger durch den Wald, bis wir schließlich auf knapp 1.400 m die Wettersteinalm erreichen, von der man einen beeindruckenden Blick hoch zur Wettersteinwand bekommt.

Es geht nun in sehr steilen Serpentinen weiter durch den Wald, bis sich dieser endlich lichtet und die Straße nach Südwesten nun direkt auf das schon von weitem sichtbare Schachenschloss zugeht. Wir bekommen hier auch die ersten fantastischen Blicke auf die Alpspitze. Zum Schluss steilt es nochmal ordentlich auf und wir arbeiten uns die letzten Serpentinen bis zum schön gelegenen Schachenschloss hinauf. Dieses hat Ende Herbst bereits geschlossen, daher sind wir bei traumhaftem Wetter ganz alleine und parken unsere Bikes direkt am Schloss.

Übers Frauenalpl zur Meilerhütte

Nach dieser doch längeren Bike-Auffahrt folgen nun 500 Hm nicht allzu schweres, aber steiniges und steiles Wandergelände rauf zum Grasplateau des Frauenalpls. Der Steig zieht sich etwas monoton in zahlreichen Serpentinen bergauf. Das ist allerdings nicht schlimm, denn wir werden die ganze Zeit vom traumhaften Blick ins Reintal und auf die Alpspitze begleitet.

Angekommen am Frauenalpl, passieren wir ein Kreuz und bewegen uns nun in sanftem Wiesengelände in Richtung Frauenalplspitz. Der Weg knickt schließlich nach rechts ab und bewegt sich auf die Felswand mit dem sichtbaren Spalt zu, an dem schon bald die Meilerhütte erkennbar ist.

Felsig und zum Schluss schottrig arbeiten wir uns zu dieser rauf und werden oben nun von einer ganz neuen Perspektive nach Süden, über das Leutascher Platt hinunter in die Leutasch begrüßt. Es gibt wohl wenige spektakulärer gelegene Hütten als die Meilerhütte. Bereits bis hierhin wäre es eine absolut lohnenswerte Tour gewesen. Doch wir wollen natürlich noch weiter.

Auf die Partenkirchner Dreitorspitze über den Herrmann-von-Barth Weg

Wir legen eine verdiente Rast auf der Terrasse der (geschlossenen) Meilerhütte ein. Eine Übernachtung mit – deutlich anspruchsvollerer – Überschreitung aller 3 Dreitorspitzen wäre sicher mal eine schöne Geschichte. Für eine Tagestour kommt allerdings nur der markierte Westgipfel in Frage.

Von der Meilerhütte geht es durch ein Gatterl, hinter dem gleich zwei Spuren im Geröll erkennbar sind. Wir wählen die obere Spur und passieren an Drahtseilsicherungen den Bayerländerturm, zunächst querend und dann im Abstieg. Im Anschluss arbeiten wir uns – weiterhin oben haltend – durch das Leutascher Platt. Für Ende Oktober ist es erstaunlich warm und der Aufstieg im losen Geröll ist beschwerlich. Wir stoßen schließlich auf die Markierung zum Herrmann-von-Barth-Weg, von der sich die Geröllspur in einer Rechtskurve zum Fels hocharbeitet. 

Der weitere Weg zieht nun über einen leichten Klettersteig der Kategorie A/B auf die Grathöhe. Einige Querungen sind hier ein bisschen ausgesetzt und es geht teilweise senkrecht durch den Fels, aber dank der üppigen Sicherungen gibt es insgesamt keine größeren Schwierigkeiten. Ein Klettersteigset bietet unsicheren Gehern möglicherweise eine psychologische Hilfe, ist aber keine zwingende Voraussetzung.

Nach Ende der Sicherung steigen wir die letzten Meter in ein paar bröseligen Serpentinen zum Grat auf und erreichen kurze Zeit später den Westgipfel der Partenkirchner Dreitorspitze, den anstatt eines Kreuzes lediglich ein Grenzstein schmückt. Wir genießen von hier eine atemberaubende Rundumsicht über Reintal, Wettersteinwand, Leutasch, Karwendel bis ins Alpenvorland, und das bei herrlichen – wenn auch viel zu milden – Bedingungen. 

Abstieg

Nach sehr ausgiebiger Pause treten wir den Abstieg auf der identischen Route an.

Fazit

Eine ungeheuer abwechslungsreiche 5-Sterne-Tour, die man unbedingt einmal gemacht haben sollte. Die Schwierigkeiten halten sich für trittsichere Berggeher absolut in Grenzen. Im Leutascher Platt kann es heiß werden, daher eher für den Spätsommer/Frühherbst geeignet, außer man baut eine Übernachtung in der schönen Meilerhütte ein. 

Karte

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